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Alpenrose Schruns: Im Einklang mit der Natur

Hoteliers stellen ihr Licht selten unter den Scheffel – Raphael Mäser ist eine Ausnahme. Man muss auf der Homepage seines Aktiv & Spa Hotels Alpenrose schon ein wenig suchen, um auf die Themen Regionalität, Nachhaltigkeit und Mitarbeiter zu stoßen. Dabei hat sich das 4*S-Haus in Schruns in den letzten Jahren in all diesen Bereichen zum Vorzeigebetrieb entwickelt. Der Geschäftsführer sagt aber: „Mir ist es wichtiger, Dinge zu tun. Darüber reden kann ich nachher auch noch.“ Überrascht dürften die Gäste trotzdem nicht sein, denn die tiefe Verbundenheit der Gastgeberfamilie mit dem Land und den Leuten ist auf Schritt und Tritt spürbar.

Apropos Gäste: „Grüezi“ ist in der österreichischen Hotellerie selten die passende Grußformel, doch in der Alpenrose liegt man damit erstaunlich oft richtig. Sechzig Prozent der Besucher kommen aus der Schweiz, ein Fünftel aus Deutschland und einige auch aus den Beneluxstaaten und England. „Der heimische Markt spielt bei uns eine vergleichsweise geringe Rolle – wenn Österreicher skifahren, wandern oder mountainbiken wollen, liegen Tirol und Salzburg einfach näher“, sagt Raphael Mäser.

Klingt nach einer Sportler-Destination, das stimmt aber nur abhängig von der Jahreszeit. „Wir versuchen je nach Saison eine andere Zielgruppe anzusprechen“, schildert der Alpenrose-Gastgeber. „Im Winter sind wir ein klassisches Skihotel, im Sommer wollen die Leute bei uns die Natur erleben. Unsere Bergbahnen investieren viel, um den Sommertourismus weiter anzukurbeln. Vor allem der Bike-Boom hilft uns dabei, außerdem ist das Montafon für seine vielen Klettersteige bekannt. Seit ein paar Jahren haben wir auch im Frühjahr und Herbst geöffnet, da kommt unser Publikum vor allem zum Wellnessen.“

GÄSTEKONTAKT SEIT DER KINDHEIT

Ist es also die Vielfalt, die so viele Eidgenossen ins grenznahe Schruns lockt? Nicht nur. „Ich habe selbst in der Schweiz gearbeitet, dort ist alles recht steif und distanziert. Die Schweizer, die zu uns kommen, mögen den persönlichen Kontakt umso mehr.“ Davon gibt es in der Alpenrose jede Menge, denn die Besitzerfamilie ist fast rund um die Uhr präsent. „Schon als kleiner Bub war ich kaum ins Bett zu kriegen und bin nach 10 Minuten wieder unten gestanden“, lacht Raphael Mäser. „Die Stammgäste zeigen mir heute noch gerne Fotos, wie ich mit ihnen im Pyjama an der Hausbar gesessen bin. Der Austausch mit den Gästen war mir offenbar schon damals wichtig.“

Die gesamte Familie Mäser auf einem Bild vereint … – Foto: Hotel Alpenrose Schruns

Heute absolviert der junge Hotelleiter Abend für Abend eine Tischrunde und unterhält sich mit seinen Gästen. Diese Rolle hat er von seiner Großmutter Fini (90) übernommen, die noch immer die „Kräuterfee“ im Betrieb ist. Vater Karl bewirtet die Gäste in der Almhütte Fellimännle, die ebenfalls von Familie Mäser geführt wird, Mutter Monika ist für Inneneinrichtung und Deko im Hotel zuständig und Schwester Tanja wird nach ihrer Babypause wieder an der Rezeption arbeiten.

JAGD, SPORT, LANDWIRTSCHAFT

Was alle fünf verbindet, ist eine tiefe Verbundenheit mit der Natur im Montafon, von der auch die Besucher profitieren. Seit 36 Jahren besitzt Familie Mäser ein eigenes Jagdrevier, im Winter dürfen Gäste die Wildfütterung begleiten. Das im benachbarten Silbertal gelegene Fellimännle ist sowohl mit den Wanderschuhen als auch mit dem Rad gut erreichbar. Wenn es die Zeit zulässt, ist Raphael Mäser auch mal bei einer geführten Bike-Tour dabei.

„Das kommt aber“, räumt er ein, „nur zwei- bis dreimal pro Saison vor.“ Schließlich kümmert sich der zweifache Familienvater neben der Alpenrose auch um die hauseigene Landwirtschaft. Schruns selbst liegt auf 700 Metern Seehöhe, die Almen (oder „Alpen“, wie sie im Montafon genannt werden) auf über 2.000. Der große Höhenunterschied macht eine Drei-Stufen-Landwirtschaft nötig: Bis die Almen Ende Juni schneefrei sind, wird das Vieh auf die sogenannten „Maisäße“ getrieben, Grasflächen in mittlerer Höhe.

Foto: Hotel Alpenrose Schruns/Dominik Zimmermann

Erst vorletztes Jahr hat Raphael Mäser deshalb Zeit gefunden, den Piz Buin zu besteigen. Mit über 3.300 Metern ist er der höchste Berg in Vorarlberg und das Traumziel jedes Wanderurlaubers im Montafon. „Jetzt kann ich endgültig sagen, dass ich überall, wo ich unsere Gäste hinschicke, schon war und ihnen Tipps geben kann.“ Sein Ratschlag für den Piz Buin: „Einen Guide sollte man schon dabeihaben, schließlich geht es über den Gletscher. Aber es ist nicht sehr steil, man muss also keine besonderen Kletterfähigkeiten haben und kommt mit etwas Erfahrung und
der richtigen Ausrüstung gut rauf.“

EIGENE UND REGIONALE PRODUKTE

Was kaum überrascht: Die Naturliebe schlägt sich auch in der Alpenrose-Kulinarik nieder. Der typische „Sura Kees“ wird aus der Milch der eigenen Kühe gewonnen, das Fleisch für die Wildgerichte stammt zu 100 Prozent aus dem Jagdrevier von Familie Mäser, und direkt vor der Almhütte Fellimännle wurde ein Teich mit Forellen und Saiblingen angelegt. Frische Kräuter, Obst und Gemüse gedeihen an jeder Ecke des 10.000 Quadratmeter großen Hotelgartens, die Ländle-Bergwelt ist im Sommer das ideale Umfeld für Steinpilze und Pfifferlinge, und das Mineralwasser wird aus einer eigenen Quelle direkt hinter dem Hotel gewonnen.

„Unser Grund, der Wald und die Tiere geben uns sehr viel“, sagt Raphael Mäser. „Was sie uns nicht geben, versuchen wir bei Bauern aus der Region zu beziehen.“ Eine treibende Kraft ist dabei Michael Tschanun. Er hat in der Alpenrose schon seine Kochlehre absolviert und ist nach einigen Wanderjahren als Küchenchef zurückgekehrt. Die Corona-Zeit hat er genutzt, um mit Landwirten in Kontakt zu treten und sie auf ihren Höfen zu besuchen. „Das ist bei uns sehr wichtig. Die Bewohner unseres Tals sind ein eigener Menschenschlag, die sich aber gerne öffnen und mit dir zusammenarbeiten, wenn sie dich erst mal kennen.“

VIELE MASSNAHMEN FÜR MEHR NACHHALTIGKEIT

Foto: Hotel Alpenrose Schruns/Patrick Saely

Die Regionalität ist ein wichtiger Teil des Mäser’schen Nachhaltigkeitskonzepts, aber nicht der einzige. Eine 300 Quadratmeter große Solaranlage, ein Niedertemperatur-Heizsystem, die Verwertung von Biomüll und Altfett zur Energiegewinnung, die Nutzung von Abwärme der Kühlgeräte sowie wassersparende Duschköpfe und Armaturen sind weitere Mosaiksteine. „Und eigentlich“, sagt Mäser, „ist auch die Mitarbeiterorientierung ein Nachhaltigkeitsfaktor.“ Die Umstellung auf die ganzjährige Öffnung der Alpenrose war nicht zuletzt eine Maßnahme zur Bindung der Mitarbeiter an den Betrieb. Zweiter Schritt: Dienstpläne werden drei Wochen im Vorhinein erstellt, alle haben immer zwei Tage am Stück frei, Überstunden werden digital aufgezeichnet und als Zeitausgleich abgegolten.

Ein dritter Schwerpunkt ist die Aus- und Weiterbildung. „Das sollte eigentlich für jeden Tourismusbetrieb selbstverständlich sein“, findet der Hotelleiter, „denn von alleine kommt niemand in unsere Branche. Wir müssen Lehrstellen anbieten und die jungen Leute, wenn sie mal da sind, für diese Arbeit begeistern.“

MITARBEITERORIENTIERUNG TRÄGT FRÜCHTE

Der messbare Erfolg: „Die Fluktuation ist enorm zurückgegangen. Obwohl wir je nach Jahreszeit fünfzig bis sechzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, mussten wir in den letzten Jahren kaum noch aktiv Personal suchen.“ Ohne dass man diesen Employer-Branding-Schwerpunkt bis jetzt offensiv kommuniziert hätte. „Allerdings“, ergänzt Mäser, „werden wir im Sommer unsere Homepage erneuern. Dann wollen wir dieses Thema und die Nachhaltigkeit insgesamt schon stärker nach außen tragen.“

Auch weitere Pläne liegen schon in der Schublade. Ein neues Personalhaus ist das eine anstehende Großprojekt, die Hotelerweiterung das andere. Für beide wird Raphael Mäser hauptverantwortlich sein, denn Vater Karl wird im kommenden Jahr seinen dritten Lebensabschnitt antreten und ihm die Alpenrose dann auch offiziell übergeben.

PERSÖNLICHES ENGAGEMENT FÜR DIE HOGAST

Fix ist für Raphael Mäser: Wo immer sein Weg als Alpenrose-Besitzer hinführt, er will ihn weiterhin im Einkaufsverbund gehen. „Mein Vater ist der HOGAST schon 2001 beigetreten, und auch ich habe bis jetzt durchwegs gute Erfahrungen gemacht. Die Mitgliedschaft erleichtert uns die Arbeit, vom Einkaufssystem über die Lieferantenverhandlungen bis zu ganz spezifischen Anfragen wie zuletzt beim Thema Umweltzeichen-Zertifizierung.“

Er ist sogar so überzeugt vom HOGAST-Plus, dass er den Beitritt vor einigen Monaten einem alten Bekannten empfohlen hat. Seitdem ist auch die Silvretta Montafon Gastronomie GmbH mit ihren Bergbahn-Betrieben Teil der Gemeinschaft. „Ich habe mich da mit bestem Gewissen engagiert“, sagt Raphael Mäser und legt nach: „Ehrlich gesagt kann ich gar nicht verstehen, dass es bei uns im Tal noch immer vereinzelt Betriebe gibt, die nicht bei der HOGAST sind.“

Titelbild: Franz Neumayr
15. März 2022
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