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Barbara Schenk – die Reise geht weiter

15 Jahre lang hat Barbara Schenk als Vorständin die Geschicke der HOGAST gelenkt. In wenigen Wochen wird sie ihren dritten Lebensabschnitt antreten. Im großen Abschlussinterview spricht sie über ihre Prinzipien, Meilensteine und Rückschläge. Barbara Schenk verrät, warum eine Vergangenheit im Leistungssport die Basis für eine erfolgreiche berufliche Karriere sein kann, und wagt einen Ausblick auf die Zeit nach der HOGAST.

PLUS.PUNKT: FRAU SCHENK, SIE SIND SEIT OKTOBER 2006 VORSTÄNDIN DER HOGAST EINKAUFSGENOSSENSCHAFT. ERINNERN SIE SICH NOCH AN IHREN ERSTEN TAG, IHRE ERSTE ZEIT UND IHRE ERSTEN EINDRÜCKE?

Barbara Schenk: Manche Erinnerungen sind schon etwas verschwommen, aber das alte HOGAST-Gebäude in Wals ist zum Beispiel sofort präsent, auch mein erstes Büro und die kleine Küche, in der damals noch geraucht wurde. Ich erinnere mich sogar noch an meine Präsentation beim Hearing für diese Position und daran, dass mich die Vielfalt der Aufgabe von Beginn an sehr gereizt hat.

WAHRSCHEINLICH WIRD MAN ALS NEUE VORSTÄNDIN VON ALLEN SEITEN GENAU BEOBACHTET. KÖNNEN SIE SICH DARAN UND AN DEN DAMIT VERBUNDENEN DRUCK AUCH NOCH ERINNERN?

Damit habe ich mich eigentlich gar nicht beschäftigt, weil gerade am Anfang ganz andere Dinge im Vordergrund gestanden sind. Ich war sehr neugierig, wollte die HOGAST als Unternehmen verstehen und einen Kurs definieren. Das heißt, ich musste mich viel mit Zahlen und Daten auseinandersetzen. Außerdem wollte ich die Hotellerie und Gastronomie besser kennenlernen. Ich habe alle Mitgliederberater einen Tag begleitet, um rauszufinden: Welche Herausforderungen beschäftigen unsere Mitglieder? Und wie kommen unsere Dienstleistungen an?

HAT ES JEMALS EINE ROLLE GESPIELT, DASS SIE ALS FRAU EINE FÜHRUNGSPOSITION INNEHATTEN? MUSS MAN SICH DA BESONDERS BEHAUPTEN?

Ich hatte den großen und sehr seltenen Vorteil, dass vor mir ebenfalls eine Frau an der Spitze der HOGAST gestanden ist. Das waren die Mitglieder, Lieferpartner und Mitarbeiter also gewohnt. Natürlich: Wenn man eine Führungsposition übernimmt, muss man beweisen, dass man es kann, und sich so gesehen auch durchsetzen. Aber das gilt unabhängig vom Geschlecht.

SIE HABEN IN ALL DEN JAHREN EINE FREUNDLICH-PROFESSIONELLE DISTANZ ZU DEN MENSCHEN IM HOGAST-UMFELD BEWAHRT …

… das habe ich nicht erst bei der HOGAST, sondern während meiner ganzen beruflichen Laufbahn so gehandhabt. Ich brauche das, um einen guten Job zu machen und faktenorientierte Entscheidungen treffen zu können. Aber – und das war mir auch immer wichtig – Distanz und Empathie schließen sich nicht aus. Mir waren die Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, immer wichtig.

Foto: Andreas Hauch

ES GAB VOR IHRER BERUFLICHEN AUCH EINE SPORTLICHE KARRIERE, SIE WAREN SCHWIMMERIN UND HABEN HANDBALL GESPIELT. WAS KANN MAN AUS DEM LEISTUNGSSPORT IN DIE ARBEITSWELT MITNEHMEN?

Im Leistungssport hat man immer ein Ziel vor Augen und muss konsequent arbeiten, um es zu erreichen. Im Beruf ist es genauso. Was aber fast noch wichtiger ist: Man lernt, Rückschläge wegzustecken, aufzustehen und weiterzumachen.

DAS WAR AN EINEM PUNKT SICHER BESONDERS WICHTIG: ZU BEGINN DER CORONA-KRISE. WIE HABEN SIE DIESE ZEIT ERLEBT?

Zunächst: Ich bin nicht der Typ, der in einer schwierigen Situation hysterisch wird. Ich habe geschaut, was wir bereits wissen, und auf dieser Basis Entscheidungen getroffen. Natürlich konnte es dadurch passieren, dass man an einem Tag eine Richtung vorgegeben hat und am nächsten Tag eine andere vorgeben musste, weil sich die Lage oder unser Wissensstand verändert hat. Deshalb war es mir auch wichtig, bei jeder Maßnahme zu erklären, warum wir sie für notwendig halten.

Insgesamt war es natürlich schade, denn die HOGAST war auf dem besten Weg, die Marke von 1 Milliarde Euro Umsatz zu knacken. Auf der anderen Seite haben wir es geschafft – das war nicht meine persönliche, sondern eine Teamleistung –, ohne gröbere Blessuren durch die Krise zu kommen. Rückblickend ist das mehr wert als irgendeine Umsatzzahl.

SIE HABEN OFT BETONT, DASS ES IHNEN BEI DER HOGAST NICHT UM ZAHLEN, SONDERN UM DIE QUALITÄT DER DIENSTLEISTUNG GEHT. IHR DEKLARIERTES ZIEL WAR VON ANFANG AN, UNSERE GENOSSENSCHAFT ZU EINEM GESAMTDIENSTLEISTER FÜR HOTELS UND GASTRONOMIEBETRIEBE ZU MACHEN. HABEN SIE DIESES ZIEL ERREICHT?

Ich denke, dass das weniger ein Ziel als ein Prozess ist, der nie ganz enden wird, weil sich auch die Branche ständig weiterentwickelt. Ich glaube aber schon, dass wir unsere Dienstleistungen massiv erweitert und verbessert haben. Als Beispiel fällt mir die Investitionsgüter-Abteilung ein, wo wir in meiner Anfangszeit zwei oder drei Mitarbeiter hatten und jetzt 20 haben. Wir können hier alles vom normalen Produkt bis zur Projektbegleitung anbieten. Ein anderes Beispiel ist der Versicherungsbereich, wo es uns gelungen ist, ein Paket zu schnüren, das auf die Bedürfnisse von Hotellerie und Gastronomie zugeschnitten ist.

DAMIT SIND WIR SCHON BEI DEN MEILENSTEINEN IN IHRER ZEIT ALS HOGAST-VORSTÄNDIN – GIBT ES NOCH WEITERE?

Dazu gehört sicher der ganze Online-Bereich. Nach außen mit myHOGAST, aber auch nach innen sind wir schon extrem digitalisiert. Angesichts der unzähligen Rechnungen, die bei uns eingehen, könnten wir anders unseren „Urzweck“, die Rechnungskontrolle, gar nicht mehr meistern.

Ein weiterer Meilenstein war unser Bürogebäude mit einem modernen Energiekonzept, das seiner Zeit deutlich voraus war. Damit haben wir auch schon ein klares Statement Richtung Nachhaltigkeit gesetzt, ein Bereich, mit dem wir uns mittlerweile noch intensiver auseinandersetzen. Es ist ein zukunftsweisendes Thema, denn wenn wir die schönen Plätze in unserer Heimat nicht bewahren, entziehen wir dem Tourismus die Geschäftsgrundlage.

APROPOS SCHÖNE PLÄTZE: WAS HABEN SIE AB 1. MAI VOR?

An Plänen mangelt’s nicht. Neben Kunst und Kultur gehört das Reisen dazu, wobei es keine konkreten, brennenden Ziele mehr gibt. Es gibt noch genügend Plätze, die ich mir gerne anschauen würde, in der Corona-Zeit habe ich auch Österreich und unsere Weitwanderwege kennen und schätzen gelernt. Aber es gibt nichts, wo ich sagen könnte: „Darauf habe ich gewartet.“ Ich halte generell nichts davon, Pläne bis zum Ruhestand aufzuschieben, und habe schon am Weg dorthin vieles, das mir Freude bereitet, gemacht.

 

Titelbild: Franz Neumayr
15. März 2022
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